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Wer verfolgt, und warum?

1. Was taten die Juden, weil Jesus nicht den Sabbat nach ihren Ansichten hielt?
Joh. 5, 16
Darum verfolgten die Juden Jesum und suchten ihn zu töten, daß er solches getan hatte am Sabbat.

2. Welche Art Fasten ist Gott am angenehmsten?
Jes. 58, 6
Das ist aber ein Fasten, das ich erwähle: Laß los, welche du mit Unrecht gebunden hast; laß ledig, welche du beschwerst; gib frei, welche du drängst; reiß weg allerlei Last;

Anmerkung: Dieses tat Jesus. Er, der der Urheber und Herr des Sabbats, hat, außer daß es am Sabbat dem Gottesdienste beiwohnte und daran teilnahm (Luk. 4, 16), an diesem Tage auch gutes getan, die Kranken geheilt, die Unterdrückten befreit, die Gelähmten, die Krüppel und die Blinden wiederhergestellt. Aber während dies in vollkommenem Einklang mit dem Gesetz Gottes, dem großen Gesetz der Liebe, stand, war es den Satzungen und verkehrten Ansichten der Juden betreffs des Sabbats entgegen. Deshalb verfolgten sie ihn und suchten ihn zu töten.

3. Warum hat Kain den Abel erschlagen?
1.Joh. 3, 11.12
Denn das ist die Botschaft, die ihr gehört habt von Anfang, daß wir uns untereinander lieben sollen. Nicht wie Kain, der von dem Argen war und erwürgte seinen Bruder. Und warum erwürgte er ihn? Weil seine Werke böse waren, und die seines Bruders gerecht.

Anmerkung: Folgende Bemerkung über diese Stelle von M. de Chesnais, einem katholischen Priester von Neuseeland, ist sehr zutreffend: Würdet ihr das Wort Gottes lesen, so würdet ihr finden, daß von Anfang an alle guten Menschen verfolgt worden sind, weil sie gut waren. Abel wurde von seinem Bruder getötet, weil er ein guter Mensch war und Kain seinen Anblick nicht mehr ertragen konnte. (Kaikoura Star, Neuseeland, vom April 1884)

4. Welchen Grundsatz legt der Apostel bei seiner Betrachtung der Behandlung Isaaks, des Sohnes Saras, von Seiten Ismaels, des Sohnes der Magd, nieder?
Gal. 4, 29
Aber gleichwie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgte den, der nach dem Geist geboren war, also geht es auch jetzt.

5. Welche anderen in der Bibel vorgeführten Beispiele von Verfolgung zeugen von der Richtigkeit dieses Grundsatzes?

Esau, der sein Erstgeburtsrecht verkaufte, verfolgte Jakob, der Gott die Treue gelobt hatte.
1.Mose 25, 29-34; 27, 41; 32, 6

Die ungeratenen und neidischen Söhne Jakobs verfolgten den gottesfürchtigen Joseph.
1.Mose 37; Apg. 7, 9

Die götzendienerischen Ägypter verfolgten die Hebräer, die den wahren Gott anbeten.
2.Mose 1 und 5

Der Hebräer, der seinem Bruder Unrecht tat, stieß Moses, als den Vermittler, von sich.
2.Mose 2, 13.14; Apg. 7, 26.27

Saul, der Gott ungehorsam war, verfolgte David, der Gott fürchtete.
1.Sam. 15. 19. 24

Die Israeliten in ihremabgefallenen Zustand verfolgten Elia und Jeremia, welche Gottes Propheten waren.
1.Könige 19, 9.10; Jer. 36, 20-23; 38, 1-6

Nebukadnezar verfolgte, da er ein Götzendiener war, die drei hebräischen Gefangenen, weil sie sich weigerten, Götzen anzubeten. Daniel 3

Die neidischen und götzendinerischen Fürsten zur Zeit des Darius verfolgten Daniel, weil er es wagte, zum Gott des Himmels zu beten. Daniel 6

Die Mörder Christi verfolgten die Apostel, weil sie Christum predigten. Apg. 4 und 5

Paulus verfolgte vor seiner Bekehrung die Gemeinde Gottes.
Apg. 8, 1; 9, 1.2; 22, 4.5.20; 26, 9-11; Gal. 1,13; 1.Tim. 1, 12.13

Anmerkung: Die Geschichte aller Religionsverfolgungen seit den Tagen der Bibel ist nur eine Wiederholung dieser selben Geschichte - die Gottlosen verfolgen die Gerechten. Und so wird es ferner geschehen, bis der Streit zwischen dem Guten und dem Bösen zu ende ist.

6. Wer wird, wie Paulus sich ausdrückte, Verfolgung erleiden?
2.Tim. 3, 12
Und alle, die gottselig leben wollen in Christo Jesu, müssen Verfolgung leiden.

7. Was ist zu ausgedehnter religiöser Verfolgung nötig?
Kirchliche Kontrollierung der bürgerlichen Macht oder eine Verbindung von Kirche und Staat.

8. Was muß, da die Verfolgung durchaus unrecht ist und der Verfolger in religiösen Angelegenheiten im allgemeinen im Unrecht ist, von den verfolgenden Regierungen wahr sein?
Auch sie müssen im Unrecht sein.

Anmerkung:
Es gibt viele, welche sich nicht bewußt zu sein scheinen, daß alle Gewalttätigkeit in der Religion irreligiös ist, und daß der Verfolger, wer auch im Unrecht ist, nicht im Recht sein kann. (Thomas Clarke)
Sind nicht beinahe alle Regierungen der Welt in religiösen Sachen im Unrecht gewesen? (Macaulay)
Zeigt die heilige Schrift nicht klar, daß diejenigen, welche verfolgen, im allgemeinen im Unrecht sind, und daß diejenigen, welche Verfolgung erleiden, im Recht sind - Daß die Mehrheit immer auf der Seite des Irrtums und nur die Minderheit auf der Seite der Wahrheit war? (Luther)
Die Religion sollte Frieden auf Erden und den Menschen Wohlgefallen bringen, und alles, was zum Haß und zur Verfolgung führt, wie richtig es dem Buchstaben nach auch ist, muß dem Geiste nach gänzlich falsch sein. (Henry Barnum)
Gott zwingt den Willen oder das Gewissen nie; aber um die Menschen unter die Sünde zu bringen, dedient sich Satan der Gewalt. Um seinen Zweck zu erfüllen, wirkt er durch religiöse und weltliche Herrscher und beeinflußt sie, menschliche Gesetze zu erlassen und durchzuführen, die dem Gesetz Gottes feindlich sind.


9. Unter welch schrecklicher Täuschung würden die Menschen, wie Christus sagte, seine Jünger verfolgen?
Joh. 16, 1.2
Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann tun. Es kommt aber die Zeit, daß wer euch tötet, wird meinen, er tue Gott einen Dienst daran.

10. Wer ist der ursprüngliche Mörder?
Joh. 8, 44
Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und nach eures Vaters Lust wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang und ist nicht bestanden in der Wahrheit;

11. Was sagte Christus zu Jakobus und Johannes, als diese Feuer von Himmel herab rufen wollten, das die Samariter, die Jesus nicht aufnehmen wollten, verzehren sollte?
Luk. 9,55.56
Jesus aber wandte sich um und bedrohte sie und sprach: Wisset ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid? Des Menschen Sohn ist nicht gekommen, der Menschen Seelen zu verderben, sondern zu erhalten.

Anmerkung:
Einige der Gründe, welche die Verfolgung rechtfertigen sollen, sind aus folgenden Auszügen zu ersehen:

Der Staat kann es sich nicht erlauben, Religionsfreiheit zu gestatten. Wir hören viel von religiöser Duldsamkeit; aber sind nur insofern duldsam, wie wir nicht interessiert sind. Ein Mensch mag gegen Religion duldsam sein, wenn er nicht religiös ist.... Unduldsamkeit bedeutet Inbrunst und Eifer. Das beste was der Staat tun kann, ist, daß er eine begrenzte Religionsfreiheit einsetzt; aber weiter als bis zu einem gewissen Grade der Duldsamkeit kann der Staat es sich nicht gestatten, die Lehre anzuerkennen.
(Mgr. Russell, katholisch, zitiert in der Washington Post vom 5. Mai 1910)

Die Kirche hat verfolgt.... Nur ein Neuling in der Kirchengeschichte wird dies leugnen.... Die Verfolgung der Hugenotten und die Spanische Inquisition haben wir immer verteidigt. Wenn sie es für gut befindet physische Gewalt zu gebrauchen, so wird sie dieselbe gebrauchen.... Aber wird die Katholische Kirche die Versicherung geben, daß sie überhaupt nicht verfolgen wird? Wird sie die gänzliche Freiheit und Gleichheit aller Kirchen und Glaubensbekenntnisse garantieren? Die Katholische Kirche gibt keine Zusicherung für ihr gutes Betragen.
(Redaktioneller Urtitel im katholischen Western Watchman von St. Louis, Mo., 24. Dez. 1908)

Die Inquisition war ein äußerst barmherziges Tribunal; ich wiederhole es, beinahe ein mitleidiges Tribunal.... Eine Person durfte nur einmal gerädert werden, was, wieniemand leugnen kann, in jenen Zeiten ein äußerst wunderbar gelindes Urteil war.
(Katholic Mirror, offizielles Organ des Kardinals Gibbons, 29. Aug. 1896)

Wir bekennen, daß die Römisch-katholische Kirche unduldsam ist, das heißt, daß sie alle in ihrer Macht stehenden Mittel benutzt, um den Irrtum und die Sünde auszurotten; aber diese Unduldsamkeit ist die logische und notwendige Folge ihrer Unfehlbarkeit. S i e  a l l e i n  h a t  d a s  R e c h t, u n d u l d s a m  z u  s e i n, w e i l  s i e  a l l e i n  d i e  W a h r h e i t  h a t. Die Kirche duldet die Ketzer, wo sie dies tun muß; aber sie haßt sie mit einem tödlichen Haß und benutzt alle ihre Kräfte, um sie zu vernichten.
(Shepherd of the Balley, St. Louis, 1876)


12. Was sagt Christus von denen, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden?
Matth. 5, 10-12; siehe auch Off. 2, 10; 6, 9-11
Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn das Himmelreich ist ihr. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles wider euch, so sie daran lügen. Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel wohl belohnt werden. Denn also haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.

13. Welche göttlichen Vorschriften würden, wenn sie angenommen und befolgt würden, aller Unterdrückung und Verfolgung ein Ende machen?
Matth. 22,39
Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst.
Matth. 7, 12
Alles nun, was ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch.

14. Was tut die Liebe nicht?
Röm. 13, 10
Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung.